vOBAG Volksbau AG

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VOBAG Volksbau AG, Lübeck: 12 % Rendite - womit?
 

Als "blanken Unsinn" beurteilte das Managermagazin in Heft 2/2004 ein Angebot der VOBAG Volksbau AG aus Lübeck. Wörtlich:

Mit bis zu 12 % jährlicher Rendite lockt die VOBAG Volksbau AG ... Zeichner für ihre Genussscheine. Die notwendigen Gewinne wollen die Initiatoren mit Immobilieninvestments erzielen. Die Mittelverwendung können die Investoren indes nicht kontrollieren und etwa 18 % der Anlegergelder gehen für angebliche Emissionskosten drauf. Ein unglaubwürdiges Angebot.

In der Tat: Das Angebot der VOBAG AG ist mit vielen Unsicherheiten behaftet. Auf der Internethomepage hält die Gesellschaft ihre Angebote bereit. Demnach sollen zum einen Genussrechte mit 8%iger Verzinsung angeboten werden, zum anderen eine unternehmerische Beteiligung als stiller Gesellschafter. Bereitgehalten wird auch der Emissionsprospekt der stillen Beteiligung. Hieraus lässt sich zunächst entnehmen, dass jeder Euro, den der Anleger der VOBAG AG anvertraut, zunächst mit 18 Cent Vertriebs- und Verwaltungskosten belastet ist (Seite 25). Mit dem Vertrieb beauftragt ist die IFA GmbH aus Lübeck, Geschäftsführerin Barbara Steinl. Hierbei soll es sich um die Lebensgefährtin des Vorstandes der VOBAG Volksbau AG Günter Peters handeln. Peters jedenfalls ist bei der DENIC als Domaininhaber der Domain www.ifa-luebeck.de gemeldet. Die von den Anlegern für den Vertrieb bezahlten Gelder wandern somit direkt in die Haushaltskasse Steinl/Peters.

Auf der Homepage zu finden sind weiterhin die Bilanzen und der Mittelverwendungsbericht für 2003 sowie Erläuterungen dazu. Der Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers für das Jahr 2003 weist Gesamteinnahmen aus Einlagen der stillen Gesellschafter in Höhe von 882.000,00 Euro aus, von denen 62,25% (549.000,00 Euro) für die laufenden Ausgaben benutzt wurden. Lediglich 36,07% wurden reinvestiert. Wie hiermit die versprochene 12%ige Rendite erwirtschaftet werden soll, bleibt vollkommen offen. Der Abschlussprüfer ist im übrigen kein Unbekannte. Der Dipl.-Öko. Heinz Jochen Schilling aus Witzenhausen prüft auch die Finanzen der Balz Finanzservice und Balz Concept AG.

Noch unwahrscheinlicher erscheint die 12%ige Renditeprognose bei einer kritischen Durchleuchtung der vom Vorstand Günter Peters selbst angegebenen Investitionsobjekte. Zunächst einmal wurden 2.750,00 Euro für den Erwerb von Genossenschaftsanteilen der Co Op Schlesig-Holstein ausgegeben. Vorteile aus dieser Investition dürfte dabei hauptsächlich Peters selber haben. Der 10%ige Rabatt für Theater- und Musicalaufführungen, Spezialtarifen bei Europcar und Opel-Höft oder 7%ige Rabatte bei der Fa. Schwab und 10% bei Apollo Optik dürften jedenfalls den Gesellschaftern kaum zugute kommen. Die für 210.000,00 Euro erworbene Altbauvilla in der Schönböckener Straße in Lübeck wird ebenfalls hauptsächlich von der Gesellschaft selbst genutzt und kann somit kaum Mehrwert erzielen. Weitere Investitionen flossen in das Grundkapital einer 100%igen Tochtergesellschaft, die auf Vorrat gekauft wurde. Den größten Posten mit 170.000,00 Euro bildet eine mittelbar kommanditistische Beteiligung an einem Medienfonds, der Media Stream Dritte Film GmbH & Co. KG. Auch der Sinn dieser Beteiligung erschließt sich nicht richtig, da die Beteiligung selbst ausweislich ihres eigenen Emissionsprospektes mit einem 12%igen Weichkostenanteil belastet ist (Seite 51 des Prospektes der Media Stream Dritte KG).

Stellt man alleine auf diese Beteiligung ab, deren Gelder noch bis 2011 gebunden sind, kommen von einem Anleger-Euro noch 72,16 Cent investiven Zwecken zugute. Hier müssen schon gewaltige Gewinne produziert werden, um die 12%ige Renditeprognose der Volksbau AG möglich erscheinen zu lassen.

Insgesamt ist nicht ersichtlich, weshalb ein Anleger sein Geld der Volksbau AG anvertrauen sollte. Zu unsicher erscheinen die Aussichten, zu groß die Risiken.

 
 
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