GUB Berlin: Luftschloss oder Betongold?

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Anleihen der Grund und Boden Beteiligungs AG – Betongold oder Luftschloss ?

15.03.2006/20.09.2006

Die Grund und Boden Beteiligungs Aktiengesellschaft aus Berlin (Handelsregister Charlottenburg HR B 95808) unter ihrem Vorstand Horst Bogatz bietet im Internet (www.gubberlin.de) Unternehmensanleihen mit einer kurzen Laufzeit bis 2006 bzw. 2009 an. Die Verzinsung soll bei 5 % bzw. 6,75 % Rendite liegen. Die Grund und Boden Beteiligungs AG soll mit dem Geld laut Internetauskunft mit Immobilien handeln und das Geld auch in Unternehmensbeteiligungen investieren können.

Wir hatten an dieser Stelle bereits vor Schuldverschreibungen und ähnlichen Vertraueninvestitionen gewarnt. Wie unsere Recherchen ergaben, sind auch im Falle der Grund und Boden Beteiligungs AG die Anleger gehalten, vorsichtig zu sein. Der Vorstand der Aktiengesellschaft, Horst Bogatz, wurde wegen fehlerhafter Aufklaerung ueber Risiken eines Immobiliengeschaeftes vom Landgericht Berlin rechtskräftig zu Schadensersatz verurteilt (5 O 458/04). Hintergrund war eine fehlerhafte Beratung über eine extrem risikobehaftete Eigentumswohnung, die zudem mit unzulänglichem Prospektmaterial vertrieben wurde. Dabei kam das Landgericht Berlin zu dem Schluß, Herrn Bogatz treffe dabei eine persönliche Haftung,

    weil er einerseits als Geschäftsführer der beteiligten Firmen ein unmittelbares eigenes wirtschaftliches Interesse hatte und überdies persönliches Vertrauen in Anspruch nahm...Er war die natürliche Person, die hinter dem gesamten Objekt stand. Er führte die maßgeblichen Gespräche und verfasste die zugrunde liegenden Berechnungsbeispiele.

    .....

    Schon der Prospekt der Verkäuferin “Grund und Boden”.....ist irreführend. So heißt es unter der Überschrift “Die Liegenschaft”, das Haus sei 1992 umfassend instand gesetzt und modernisisert worden. Davon kann nach jedoch dem von den Beklagten eingereichten Gutachetnd des Sachverständigen Dipl. Ing. S. keine Rede sein....

Das komplette Urteil im Download gibt es auf der Homepage der Berliner Rechtsanwälte Resch, die es erstritten haben.

Schon im Jahre 2002 berichtet der Tagesspiegel über “umstrittene Verkaufspraktiken” der Firma des Herrn Bogatz.

Die von Bogatz als Geschäftsführer geleitete Firma “Grund und Boden Capital Treuhand- und Liegenschaftsgesellschaft mbH” (inzwischen insolvent) ihrerseits versuchte bereits vor diesem Interview, den Kaufpreis für eine Eigentumswohnung von einer Anlegerin zu vollstrecken. Mit einer Vollstreckungsabwehrklage setzte sich die Anlegerin jedoch vor dem Berliner Land- und Kammergericht durch. Dabei wurde festgestellt, das die “Grund und Boden GmbH” gar nicht in der Lage war, der Anlegerin das Eigentum an der Wohnung zu verschaffen, da sie noch nicht einmal Eigentümerin war. Die Revision vor dem Bundesgerichtshof wurde schließlich im Mai 2002 zurückgenommen.

Da Beteiligungen an Unternehmen als Anleihe stets eine Vertrauensinvestition darstellen, spricht diese Vorgeschichte nicht nicht gerade für eine Investition. Erst recht ist Vorsicht angezeigt vor dem Hintergrund der spektakulaeren Vorkommnisse um die Schuldverschreibungen der DM Beteiligungs AG und der Wohnungsbaugesellschaft Leipzig West, die unlaengst in die Insolvenz gingen, bei ungeklaertem Verbleib des Anlegergeldes.

 
 
 
 
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